Geschichte der Käsereien im Allgäu


Bis ins Mittelalter diente die Milch und der daraus hergestellte Käse nur zur Eigenversorgung der Bauern.

Erst als im Mittelalter Klöster gegründet wurden, waren die Äbte gezwungen, zur Versorgung der Ordensmitglieder Viehhöfe zu gründen, in denen Milch produziert und Käse hergestellt wurde. Solche Höfe wurden Meiereien oder Sennhöfe genannt. Manches Vieh verbrachte den Sommer auf Bergweiden, die im bayerischen Sprachgebrauch „Alpen“ und im schwäbischen „Almen“ genannt wurden. Dort wurde auch die Milch zu Käse weiterverarbeitet.

Das Hauptinteresse der oberschwäbischen bzw. Allgäuer Bauern galt aber zu der Zeit nicht der Milchwirtschaft, sondern dem Anbau von Flachs und Getreide.


Vom Ackerbau zur Grünlandwirtschaft

Anfang des 19. Jahrhunderts verdrängte billige Baumwolle und deren maschinelle Verarbeitung den im Allgäu angebauten Flachs. Und ab 1850, mit der Anbindung des Bodenseegebietes an das Eisenbahnnetz, verloren die oberschwäbischen Bauern den schweizerischen Getreidemarkt an billiger Produziertes aus dem Norden: Viele Bauern verloren ihre Existenzgrundlage.
Die Rettung kam von einem Käsehändler aus Wilhams. Karl Hirnbein führte die Herstellung von Weichkäse im Allgäu ein.
In einem Bericht aus dem Jahr 1868 ist zu lesen: „Die Käsereien ziehen sich in Oberschwaben mehr und mehr von den Bergen und aus dem Allgäu in das Flachland hinein, da die mühelose Graswirtschaft bei hohen Viehpreisen manchen Landwirt besser als der Getreideanbau rentiert und die Molkereiprodukte leichten und guten Absatz finden.“


Den vielen Bauern erschien Karl Hirnbein als Retter in der Not und sie gaben ihm den Beinamen „der Notwender“. 1880 wurde in Aichstetten die erste eingetragene Molkereigenossenschaft gegründet, der bald weitere folgten.

Wilder Lein


Wilder Lein

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